Lagen & Sorten
Jahrgangsbericht 2008
Nach einem milden Winter verzögerte sich der Austrieb der Reben im Vergleich zu den Vorjahren um einige Tage. Ein kühler und regnerischer April bremste die Natur, führte aber zu wichtigen Wasserreserven im Boden. Das Ausbringen unseres Grünschnitts im Januar, was sowohl zur Bodenabdeckung als auch zur Humuszufuhr diente, half den Reben das ganze Jahr hindurch.
Die Monate Mai und Juni zeigten sich dann schon fast hochsommerlich warm. Die Vegetation entwickelte sich wie im Zeitraffer. Deswegen mussten wir sogar Sonderschichten im Weinberg einlegen.
Den Juli nutzten wir bei sommerlichen Temperaturen um erste ertragsreduzierende Maßnahmen zu treffen. Die Burgundertrauben wurden geteilt und das Blattwerk ausgedünnt. Bei den Rieslingen wurde die dritte Traube entfernt.
Im August wurde es zunehmend feuchter und kühler. Wir beobachteten mit Sorge, dass sich die Reifeentwicklung der Trauben deutlich verzögerte und der Vorsprung durch die vielen Sonnenstunden im Juni schmolz dahin.
Der September blieb kühl, was der oben erwähnten langsamen Traubenreife nicht zuträglich war. Durch die kalten Nächte wurde nur sehr wenig Säure abgebaut und schon jetzt wurde klar, dass das Ergreifen von ertragsreduzierenden Maßnahmen im Sommer die richtige Entscheidung war.
Geduld ist eine Tugend und in dieser mussten wie uns üben. Glücklicherweise wurden wir vom lieben Gott belohnt! Das Wetter stabilisierte sich und die Trauben konnten bei trockenen Bedingungen ausreifen. Das Fruchtaroma derselben profitierte natürlich sehr von diesen Bedingungen, wie auch die Zuckerreife, welche in Öchslegraden gemessen wird.
Der Oktober blieb trocken und wir konnten in Ruhe ernten. Die Hauptlese fand in der zweiten Oktoberhälfte statt, die Ernte des Rieslings zog sich dann bis Mitte November. Vier Wochen länger als beim 2007er Jahrgang.
Der Keller war nun gefüllt mit gut riechenden und dichten Mosten, die nach vorheriger Maischestandzeit, eine weinige Säure aufwiesen.
Die natürliche (zum Teil spontane) Gärung erstreckte sich beim Jahrgang 2008 teilweise bis in den Mai hinein und beanspruchte damit deutlich mehr Zeit als im Vorjahr. Auch die Gutsweine hatten bis dahin auch einen langen Hefekontakt.
Ein Großteil der Weine wurde deswegen erst im Juni auf die Flasche gebracht.